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KATASTROPHENZÜGE DER DR

 
 
DIE K-ZUG-FUNKTIONSWAGEN
HEIZWAGEN
 
Nicht alle Funktionswagen des Laz1072 (N1, N2, N3, medP, V, A) besaßen im Gegensatz zu den Stammfahrzeugen keine eigene autarke Heizungsanlage. Es ist schwierig, einen so langen Zug wie den Laz1072 von der führenden Dampflok aus zu heizen, ein Diesel-Tfz mit Heizkessel wäre bezüglich der Heizkesselleistung überfordert und bei einem Tfz. ohne Dampfheizeinrichtung ist ganz Ebbe... Dadurch war die Mitführung eines bzw. mehrerer Heizwagen im Laz1072 ein unbedingtes Erfordernis.
1940 bestellte die DRB 220 Heizwagen der sog. Kriegsbauart-41, bis zum Kriegsende wurden 180 solcher Fahrzeuge geliefert. Während des 2. Weltkrieges wurden Heizwagen in der Kriegsbauart 1941 in erheblicher Zahl für den Einsatz in Truppentransport- und Lazarettzügen in Dienst gestellt.
Bei diesen Wagen handelt es sich um einen recht kurzen 4-Achser, des äußere Abmessungen und Proportionen des Wagenkastens dem seit 1938 gelieferten Post-4-b/15.
 
Technische Daten:
Länge über Puffer: 17100 mm
Dienstmasse: 60 t
Drehgestellbauart: Görlitz III schwer
Kohlevorrat: 7 t
Wasservorrat: 15 m³
Kesseldruck: 10 kp/cm²
Rostlabmessung: 860 x 835 mm
 
Mit ihrer Dienstmasse von 60t waren sie echte Schwergewichte und auch deshalb nur für einen Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h zugelassen.
Im Inneren des Wagenkastens befand sich ein Nassdampf-Dampferzeuger in einer für Dampflokomotiven üblichen Bauart mit einem maximal zulässigem Kesseldruck von 10bar. Der Kessel hatte eine Heizfläche von rund 35 Quadratmetern und lieferte 1,75 Tonnen Dampf pro Stunde. Die Kesselspeisung erfolgte mittels 2-er Strahlpumpen, die Feueranfachung mittels eines Gebläses.
Der Wasservorrat wurde in Wasserkästen, die sich ebenfalls innerhalb des Wagenkastens befanden, mitgeführt.
Der Kohlekasten konnte über Schieber / Klappen im Dach bekohlt werden. Wassernehmen erfolgte mittels Schlauchleitung, der durch die geöffneten Fenster geführt werden musste.
Nicht alle Heizwagen hatten Aschkästen mit Bodenklappen. Angemerkt sei auch noch, dass die Heizkesselwagen auch keinen Kipprost besaßen...
 
Mit dem Foto vom Heizwagen 57 50 99-68 160 (MBA, 1941) hat mir Norbert Schmitz ein sehr interessantes Fahrzeugbild zur Verfügung gestellt, dass ich den Besuchern meiner Homepage nicht vorenthalten will. Dieser Heizwagen gehörte ursprünglich zum Regierungszug-Park, war aber in der Folgezeit mehrfach in K-Züge eingestellt. Mit der Ausrüstung mit Gummiwulstübergängen und der Rahmenschürze ist er natürlich auch als „Erlkönig“ hier zeigenswert...
 
Eine ganze Reihe dieser Wagen überstanden den Krieg und kamen nach diesem wieder in Fahrt, sei es für den Einsatz in Reisezuggarnituren, die über keine elektrische Heizeinrichtung verfügten, aber mittels E-Lok befördert oder mit Diesel-Tfz ohne Zugheizung (BR120, 130, 131) bespannt wurden. Einige Heizwagen wurden zeitweise auch als halbstationäre Heizanlage verwendet.
Ende der 70-Jahre wurden alle noch vorhandenen Heizkesselwagen der strategischen Reserve des MfV zugeordnet. Seitdem war ein Ausmusterungsantrag für einen Heizkesselwagen ähnlich aufwendig wie bei einer irreparabel verschlissenen Lokomotive... Neubaufahrzeuge als Heizwagen gab es nicht.
 
Für den Einsatz im Laz1072 beheimatete das Bww Seddin einige Heizkesselwagen. Nur 2 Wagen des Seddiner Bestandes hatten Aschkästen mit Bodenklappen. Unter den Seddiner Heizkesselwagen befand sich auch der ehemals dem Regierszug-Wagenpark zugeordnete Heizwagen 57 50 99-68 160.
Für den Einsatz im Laz1072 nach Brest wurden zumindest im Winterhalbjahr 2 Heizkesselwagen benötigt. Während ursprünglich die Heizkesselwagen jeweils an der Zugspitze und am Zugende eingestellt waren, wurden diese später direkt hintereinander eingestellt. Die beiden Kesselanlagen konnten so von nur einem Heizer überwacht und bedient werden.
 
Die folgenden Fotos aus dem Jahr 1991 stellte mir S. Siebenhaar zur Verfügung:
 
 
 
 
 
Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass die Seddiner HKW für den Einsatz im Laz1072 für eine höhere Höchstgeschwindigkeit als 60 km/h zugelassen waren.
Bei Fahrten mit dem Laz1072 teilten sich 3 Kesselwärter in die durchgängige Beaufsichtigung und Bedienung der 2 Heizwagen.
In Seddin wurde selbstverständlich mit vollen Vorräten losgefahren. Vor dem Grenzübertritt in Frankfurt/Oder wurden beide Heizkessekwagen nochmals restauriert. Während der Fahrt durch Polen wurde meist in Posen und Warschau Wasser genommen, jedoch keine Kohle nachgeladen. In Brest selbst konnte nicht restauriert werden - dies geschah erst in Czeremcha in Ostpolen an der polnisch-weißrussischen Grenze gelegen. Dort konnte man gute schlesische Steinkohle bekommen.
 
 
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©2004 Burkhardt Köhler