MARKRANSTÄDTER EISENBAHN-PAGE
INHALT "K-ZUG" KONTAKT
   
 

KATASTROPHENZÜGE DER DR

 
 
DIE K-ZUG-STAMMFAHRZEUGE
ÜBERBLICK
 
Es geht um die Vorstellung der einzelnen K-Zug-Stammfahrzeuge beider Fahrzeuggenerationen. Wenn Sie diese Seite öfter besuchen, wird Ihnen sicher auch auffallen, dass einige Angaben seit Ihrem letzten Besuch ergänzt oder verändert wurden. Das passiert immer dann, wenn infolge neuer Erkenntnisse bisherige Angaben ergänzt oder auch völlig revidiert werden müssen.
Anfangs habe ich zur Darstellung von K-Zug-Fahrzeugen, von denen ich keine Bilder mit eigenen Urheberrechten habe, vergrößerte bmp-Grafiken für den MM-Schoner verwendet, die mir dem „MM-Schoner verfallene“ Eisenbahnfreunde dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt haben. Diese Grafiken waren und sind leider nicht in jedem Fall bezüglich der Vorbilder stimmig, so dass ich damit nicht immer zufrieden war... Etwas Besseres tat also Not... Mein leider im Jahr 2008 verstorbener Freund Andreas König hat für mich einige Fahrzeuge für den MM-Schoner neu gezeichnet. Zusätzlich habe ich mich unter Ausschöpfung mir zur Verfügung stehenden neuen Materials dazu entschlossen, mittels MS Excel geeignete Grafiken zu generieren, die zur Darstellung der Seitenwände und der Dachausrüstung geeignet sind. Diese sollen auch als Hilfsmittel in Zusammenhang mit dem Fahrzeugumbau im Maßstab 1:120 geeignet sein. Die Verwendung von MS Excel führt aber dazu, dass eine feingliedrige Darstellung einzelner Teile nicht mit vertretbarem Aufwand möglich ist und diese entsprechend schematisch dargestellt werden müssen.
Ich werde hier auf dieser Seite auf die einzelnen Stammfahrzeuge beider Fahrzeuggenerationen eingehen, und für die Fahrzeuge, von denen mir entsprechendes Material vorliegt, die oben bereits erwähnten Darstellungen der Seitenwände zeigen...
 
Im Vergleich zur Faktenlage, als die Seite vor einigen jahren erstmals online ging, hat sich diese im laufe der Zeit spürbar verbessert - vor allem deshalb, weil ich in die offiziellen Beschreibungen der Stamm-Neubaufahrzeuge und die Protokolle der jährlichen K-Zugleiter-Beratungen Einsicht nehmen konnte.
 
Teile des K-14 im Museums-BW Salzwedel.
 
Für die erste Fahrzeuggeneration wurden für die Betten- und OP-Wagen, wie bereits im 2. Weltkrieg für Lazarettfahrzeuge, der DRG-Eilzugwagentyp C4i verwendet – vorzugsweise in der geschweißten Ausführung der Bauart 1936. Anstelle der ursprünglich beim C4i vorhandenen offenen Waggonübergänge (durch Scherengitter gesichert) erhielten die Wagen geschlossene Übergänge. Die Fahrzeuge, die bereits während des 2. Weltkrieges als Laz-Fahrzeuge genutzt wurden, hatten bereits zum damaligen Zeitpunkt geschlossene Übergänge erhalten.
Während des 2. Weltkrieges waren die Küchenwagen der Laz-Züge Umbauten aus 4-achsigen Packwagen. Als zu Beginn der 50-er Jahre der Aufbau der K-Züge anstand, wählte man „traditionell“ Pw4ü-28 und Pw4ü-29 als Spenderwagen.
Die Maschinenwagen mussten völlig neu konzipiert werden, da es solche in den früheren Laz-Zügen nicht gab. Man entschied sich dafür, 4-achsige preußische Packwagen der Bauart 1910 zu Maschinenwagen / Energieversorgungswagen umzubauen, wovon man in 2 Fällen zugunsten von Pw4ü-37 abwich. Neben den Einrichtungen zur Energieversorgung sah man im Maschinenwagen einen Werkstatt- und Lagerbereich für Einrichtungen zur Wasserversorgung und eisenbahntypische Ersatzteile (u.a. Werkzeuge, Heizkupplungen, Schmierstoffe, Bremsschläuche usw.) vor. Außerdem diente der Maschinenwagen dem Aufenthalt des bahntechnischen K-Zug-Personals.
 
Maschinen-, OP- und Küchenwagen des ehemaligen K14 - heute erhalten bei den Dampflokfreunden in Salzwedel
 
Die DV971 schrieb 1974, als noch ausschließlich Altbaufahrzeuge im Einsatzbestand waren, die Bildung der K-Züge in ihren Heimat-Abstellbahnhöfen in folgender Reihung vor:
  1. Maschinenwagen  
  2. OP-Wagen  
  3. Krankenwagen / Bettenwagen  
 
4. Krankenwagen / Bettenwagen
 
  5. Küchenwagen  
 

Für die K-Züge erforderte deren Ausrüstung u.a. mit einer Telefonanlage, Rundfunkanlage und der elektrischen Versorgung des Zuges vom Maschinenwagen aus (insbesondere der OP-Wagen mit hohem Strombedarf) zusätzliche Kabelverbindungen, die zwischen den einzelnen Wagen mit steckbaren Verbindungskabeln hergestellt wurden. Hintergrund für die Vorgaben bezüglich der möglichen Wagenreihungen waren diese zusätzlichen Kabel, die nicht beidseitig redundant verlegt waren und deshalb nur bestimmte Wagenreihungen technisch möglich waren.

 
  Nach Einsatz der ersten Neubaufahrzeuge war lt. DV971 durch die HA I im MfV (frühere Bezeichnung "Büro des Ministers") folgende Reihung (hier am Beispiel einer aus Neubaufahrzeugen gebildeten Garnitur) angewiesen:  
  1. Maschinenwagen (NHBrE zu Zugspitze, d.h. Maschinenraum in Richtung Küchenwagen)  
  2. Küchenwagen (Kesselraum in Richtung MaW)  
  3. Krankenwagen / Bettenwagen (NHBrE in Richtung KüW / Heizraum in Richtung OP-Wagen)  
  4. OP-Wagen (HBrE und Heizraum in Richtung Bettenwagen 1)  
  5. Krankenwagen / Bettenwagen (HBrE und Heizraum in Richtung Zugschluss)  
  Diese Wagenreihung eines K-Zuges (Stammwagen) aus ausschließlich Neubaufahrzeugen zeigen die folgenden MM-Grafiken, wobei zu bemerken ist, dass es zu dieser Zusammenstellung erst etw ab dem Jahr 1987 kam, da sich die Lieferung der 26,4m-Bettenwagen immer wieder verzögerte (mehr dazu auf der Seite: "Bettenwagen") und deshalb die Altbau-Bettenwagen noch bis über das Jahr 1989 hinaus im Einsatzbestand blieben:  
     
 

Maschinenwagen K-Zug Basis BDghws

(C) Andreas König

 
 

Küchenwagen K-Zug Basis Bghw

(C) Andreas König

 
 

Krankenwagen1 K-Zug Basis Bghw

(C) Andreas König

 
 

OP-Wagen K-Zug Basis Bghw

(C) Andreas König

 
 

Krankenwagen2 K-Zug Basis Bmh

(C) Andreas König

 
     
  In den einzelnen K-Zügen ergaben sich natürlich zu unterschiedlichen Zeiten auch unterschiedliche Konstellationen bezüglich der zugehörigen Bettenwagen - außer der Kombination C4i-36 / Bmh waren alle anderen Varianten denkbar. Also C4i-36 / C4i-36, Bghw / Bghw, Bghw / Bmh, Bmh / Bmh und auch C4i-36 / Bghw. Zu Beginn der 90-er Jahre hatte einige K-Züge auch nur noch einen Bettenwagen. Mehr dazu explizit bei den Bettenwagen...  
  1985 wurde in Zusammenhang mit der zu erwartenden Indienststellung der 26,4m-Bettenwagen folgendes festgelegt:
1. Die K-1, K-2 und K-11 bis K14 werden mit je 2 26,4m-Bettenwagen (Bmh) eingesetzt
2. Die K-3 bis K-10 werden mit je einem Bettenwagen Basis Bghw und einem Bettenwagen Basis Bmh eingesetzt.
3. Beim Austausch der Fahrzeuge ist die volle Einsatzbereitschaft der Züge zu sichern.
4. Bd3-Untersuchungen sind an Bettenwagen der Bauart C4üp-36 zu vermeiden.
5. die frei werdenden Altbaufahrzeuge sind dem RAW Potsdam zur Ersatzteilgewinnung unbegleitet zuzuführen.

 
     
  Die ersten Neubau-Stammfahrzeuge überhaupt waren der Maschinenwagen und der Küchenwagen für den Seddiner K2. Beide wurden Ende 1974 in Dienst gestellt.  
     
  Lt. DV971 bestand aber auch die Möglichkeit, dass Nutzer von K-Zügen (z.B. GSSD, Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland) eine abweichende Wagenreihung oder die Einreihung zusätzlicher Wagen bei der HA 1 im MfV beantragen konnten. Ob unter "Einreihung zusätzlicher Wagen" ausschließlich die Seddiner Funktionswagen zu verstehen waren oder ob auch die Einreihung von Fahrzeugen aus dem Reisezugwagen-Betriebsbestand möglich war, entzieht sich derzeit noch meiner Kenntnis. Für 1991 ist ein Einsatz nach Brest bildlich verbürgt, bei dem sich u.a. 3 Bettenwagen auf Bmh-Basis im Zugverband befanden – was in Anbetracht der ausschließlichen Ausrüstung der K1 und K2 mit Bmh-Bettenwagen auch logisch ist.  
     
  Die K-Züge besaßen eine eigene Fernsprechanlage - dazu war im Maschinenwagen eine sog. "Klein-Basa" installiert - die am Einsatzort an das öffentliche Fernsprechnetz, die Basa bzw. direkt an die Post angeschlossen werden konnte. Eine Rundfunkempfangsanlage war ebenfalls vorhanden. Für den "stationären Betrieb" des K-Zuges nennt die DV971 auch die Möglichkeit, den Zug über ein im Maschinenwagen mitgeführtes Starkstromkabel an ein 0,4-kV-Ortsnetz anzuschließen.  
     
  Bis ca. 1975 sollen nur die OP- und Bettenwagen mit einem auf das Dach aufgemaltem Roten Kreuz unterwegs gewesen sein. Diese Behauptung darf getrost angezweifelt werden, denn seit 1975 haben nicht nur die OP- und Bettenwagen, sondern auch die Küchen- und Maschinenwagen auf dem Dach Haken, an denen sich eine ständig mitgeführte Plane mit aufgemaltem Rot-Kreuz-Sysbol befestigen lässt.  
     
  Die Wagen der 2. Generation besaßen zusätzliche 3. Trittstufen an allen Einstiegen, die zur Einhaltung des Lichtraumprofiles klappbar waren:  
 
 
 
 
     
 
 
 
Stassfurt, 2007. Die traurigen Reste des ehemaligen K-9...
 
     
  Wer mehr zu den Bghw-Wagen wissen will - er war ja schließlich DER Reisezugwagen der DR - kann auf der Homepage von Stefan Sachs mehr darüber erfahren: http://www.bghw-wagen.de  
     
  INHALT "K-ZUG"  


©2004 Burkhardt Köhler