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KATASTROPHENZÜGE DER DR

 
 
K-ZUG-EINSÄTZE

IM EINSATZ FÜR DAS MILITÄR

 
„Katastrophenzug“ – der Name klingt zivil.
Sind die Gründe für die Vorhaltung der K-Züge ab 1952 deshalb im zivilen Bereich zu suchen?
Oder doch eher im militärischen Sektor? Oder an ganz anderer Stelle?
Die Einsätze der K-Züge sollten eigentlich auf die Fragen eine Antwort geben – tun sie auch. Sie tun es mit der geringen Anzahl von Einsätzen, die wirklich zivilen Charakter trugen.
Bleiben also die militärischen Gründe – auch wenn man der Sache mit der zivil klingenden Bezeichnung ein unmilitärisches Erscheinungsbild zu geben versuchte – Psychologie eben.
Welche militärischen Gründe sprachen also 1952 für die Bildung der K-Züge und für ihren Fortbestand bis einige Jahre (1994!) nach dem Untergang der DDR?
Die Antwort liefert schon die Frage selbst: Bedarf für den Fortbestand der K-Züge gab es bis zum Abzug der Sowjetarmee vom Territorium der ehemaligen DDR. Die Sowjetarmee war der Initiator für die Bildung der K-Züge und blieb es bis zu ihrem Abzug.
Die Züge wurden vor allem für den Fall einer militärischen Konfrontation in Zentraleuropa vorgehalten – als Grundstock für Lazarettzüge. Im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung wäre die Transportkapazität der K-Züge nicht ausreichend gewesen, aber auch für diesen Fall hatte man ja in Form der umrüstbaren Bmh-Wagen im normalen Reisezug-Betriebsbestand vorgesorgt.
Dass die Miltärs diese speziell für sie vorgehaltenen Züge auch für Ausbildungs- und Übungszwecke nutzten, versteht sich voll selbst…
 
So fanden die K-Züge bei großen Manövern von Sowjetarmee, NVA und den Armeen der Warschauer Vertragsstaaten auf dem Gebiet der DDR für die Sicherstellung der über die truppendienstlichen Möglichkeiten hinausgehenden medizinischen Grundversorgung Verwendung. Dass sich die Stationierungsorte meist in der Nähe von großen Garnisonen der Sowjetarmee oder in der Nähe großer Truppenübungsplätze befanden, ist kein Zufall.
Fester Bestandteil der K-Zug-Aufgaben war auch die Wagen- und Personalgestellung für die regelmäßigen Verletzten- bzw. Krankentransporte für die Sowjetarmee auf der Relation Beelitz-Heilstätten – Teupitz – Brest mit dem sog. Zug1072.
 
Da waren auch noch Einsätze für die NVA - und auch hier ging es nach Brest:
Die Raketentruppen der NVA konnten auf den Übungsplätzen in der DDR keine Schießübungen abhalten. Für deren Durchführung mussten diese Einheiten auf einen Raketenübungsplatz in Kasachstan verlegen. Für den Transport des Personalbestandes auf der Regelspurstrecke bis Brest wurden nach glaubhaften Berichten ebenfalls (zumindest teilweise) Fahrzeuge aus dem K-Zug-Bestand eingesetzt…
 
Desweiteren gab es noch die massenpolitischen Großveranstaltungen in der DDR – also Weltfestspiele (1973), Turn- und Sportfeste, Großdemonstrationen… Die waren zwar nicht „militärisch“, aber eben auch nicht „zivil“.
Auch hier gab es Einsätze von K-Zügen - sowohl „medizinisch dominiert“ als eine Art Hilfslazarett als auch „versorgungstechnisch dominiert“ als leistungsfähige Verpflegungseinrichtung.
 
 

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©2004 Burkhardt Köhler